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CD-Tipp: La musica della mafia
20. Juli 2009 • Über den Tellerrand
Tags: Musik
Eine Ziehharmonika erklingt, eine Gitarre steigt mit einer beschwingten Melodie ins Spiel ein. Der Sänger lässt seine helle Stimme erklingen: “Wenn die abgesägte Schrottflinte singt / schreit und stirbt der Verräter / Dieses harte und bittere Gesetz / spaltet das Herz der Verräter” (aus Omertà)
Verstörend sind die Texte der CD-Trilogie “La musica della mafia” über das malavita, das Verbrecherleben. Gerade dann wenn die Worte über fröhliche Melodien und Volkstänze gesungen werden. Es handelt sich um zumeist alte kalabrische Volkslieder, die zum Teil in die Anfangszeiten der Mafia und ‘Ndrangheta zurückreichen, als dem Verbrecherleben im Bewusstsein der Bevölkerung noch von einem Hauch von Abenteuerlust, Ehrwürdigkeit und politischen Protest gegen die fremden Besatzer umweht hat.
“In einer Nacht vor längst vergangener Zeit / Brachen in Spanien drei Reiter auf / Über Kampanien und Sizilien reisten sie / Um sich in Kalabrien niederzulassen / 21 Jahre lang arbeiteten sie im Verborgenen / Um die sozialen Regeln der Gesellschaft festzulegen / Gesetze der Ehre und des Krieges”
Doch neben den fröhlichen Dur-Melodien gibt es reichlich Moll-Stimmung. Etwa wenn in einem Wiegenlied die Mutter ihrem Kind ins Ohr singt, der kleine Sohn solle schnell groß werden und “die Kunst der Waffe und des Messers” erlernen. Um seinen Vater zu rächen. Damit sich die Spirale des Todes weiterdrehen kann.
“Ersticke den Hass, den ich in mir trage / Sohn, Du musst deinen Vater rächen! / Und nun schlaf schön / schlaf schön ein”
Zusammengetragen wurden die Lieder von dem in Deutschland lebenden kalabrischen Fotografen Francesco Sbano. Die ersten beiden Teile der Triloge sind als günstige Doppel-CD inklusive liebevoll gestaltetem 64-seitigen Booklet erschienen: La Musica Della Mafia.
Verbrecher!
17. Juli 2009 • 1 Kommentar Neuigkeiten

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